In vielen schwulen Wohnungen sehe ich Figur des David, wie sie von Michelangelo in Perfektion gemeißelt wurde. Und natürlich kennt jeder die Geschichte von David & Goliath und weiß, wie sich ein vermeintlich Schwächerer mit List (und Gottes Beistand) gegen eine feindliche Übermacht durchsetzen kann. Und wir kennen alle auch seine „Verfehlung“, die ihm den Zorn Gottes einbrachte: „Davids Ehebruch und Blutschuld“, wie sie in 2. Samuel 11 beschrieben ist. Wäre diese letzte Verfehlung nicht gewesen, wäre er wahrscheinlich ein glänzender Held der Bibel gewesen. Aber was waren das für Taten, die ihn berühmt machten?
Sein Brautgeschenk bestand aus den Vorhäuten von 200 Philistern, die er zu diesem Zweck töten ließ: „Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog hin mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um den Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Michael zur Frau.“ (1. Samuel, 18, 27).
Seine Feinde litten unter willkürlichen Liquidationen: „Er schlug auch die Moabiter und ließ sie sich auf den Boden legen und maß sie mit der Messschnur ab; und maß er zwei Schnurlängen ab, so viele tötete er, und eine volle Schnurlänge, so viele ließ er am Leben. So wurden die Moabiter David untertan, dass sie ihm Abgaben bringen mussten.“ (2. Sam 8, 2)
Und auch ethnische Säuberungen führte er im großen Maßstab durch: „David zog hinauf mit seinen Männern und fiel in das Land der Geschuriter und Girgisiter und Amalekiter ein; denn diese waren von alters her die Bewohner des Landes bis nach Schur und Ägyptenland. Und sooft David in das Land einfiel, ließ er weder Mann noch Frau am leben und nahm Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider und kehrte wieder zurück.“ (1. Samuel 27, 8 und 9).
All diese Taten waren der Bibel nach Gott gewollt und David bedankte sich in einem Danklied dafür: „Meinen Feinden jage ich nach und vertilge sie, und kehre nie um, bis ich sie umgebracht habe. Ich brachte Sie um und habe sie zerschmettert, dass sie nicht mehr aufstehen können; sie sind unter meine Füße gefallen. Du hast mich gerüstet mit Stärke zum Streit; du kannst mir unterwerfen, sie sich gegen mich erheben. Du hast meine Feinde zur Flucht gewandt, dass ich sie vernichte, die mich hassen. Sie sehen sich um – aber da ist kein Helfer- nach dem HERRN, aber er antwortet ihnen nicht. Ich will sie verstoßen zu Staub der Erde, wie Dreck auf der Gasse will ich sie zerstäuben und zertreten.“ (2. Samuel 22, 38 – 43).
Gibt es Hass gegen Andersgläubige nur im alten Testament - z.B. bei des Psalmen (siehe 148, 5 f)? Hast sich Gott nicht mit den Menschen versöhnt? Nein, denn auch das neue Testament bietet da viel: "Und wer da überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich Macht geben über die Heiden; und er soll sie weiden mit einem eisernen Stabe, und wie eines Töpfers Gefäß soll er sie zerschmeißen." (Die Offenbarung des Johannes 2, 26 f.)
Es ist interessant, wie die Kirche David sieht. In http://kirchensite.de/?myELEMENT=59454 wird dies sehr deutlich: "In seiner Regierungszeit führte er Israel zur größten Machtstellung und Ausdehnung seiner Geschichte. Davids private Geschichte ist dagegen eine tragische..." Kath.net berichtet: "Das US-Unternehmen 'One2believe' entwickelt für Kinder 'echte Superhelden' aus der Bibel als Alternative zu Fantasy-Figuren, die zweifelhafte Werte vermitteln." (http://www.kath.net/detail.php?id=18333). Ebenso die Sichtweise auf http://www.heiligenlexikon.de/BiographienD/David.htm: "David hatte mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln taktischer Klugheit, mutiger Entschlossenheit auch in kriegerischen Auseinandersetzungen und Einsatz seines persönlichen Charmes einen machtvollen, geeinten Staat geschaffen, dessen Machtstrukturen sich denen der anderen Staaten angeglichen hatten." In http://www.eveisenberg.de/html/kiga06kd.htm können wir lesen, dass das "König-David-Zertifikat“ an evangelische Kindertagesstätte übergeben" wurde. Generell scheint er für evangelische Kindertagesstätten der Hit zu sein: "König David werden im Alten Testament große Verdienste um Israel zugeschrieben", wie wir auf http://www.kita-kiel.de/kg.root/kirchenabc/abc.lexikon/abc.search/one.abc/index.html?entry=page.abc.565 lesen können. Historisch ist es wohl anders gewesen: Ein Warlord baute Jerusalem zu seinem Stützpunkt aus und terrorisiert die umgebenen Völker. In der Bibel wird dieser Terror aber glorifiziert – die Geschichte ist immer eine Geschichte der Sieger.
Verwunderlich ist das nicht. Eine dogmatische Religion kann es sich nicht einfach leisten, eine biblische Schlüsselfigur wegen Unmenschlichkeit zu verdammen, zumal er damals alle Völkermorde gemäß Gottes Willen durchführte. Hätte David rebellieren und sich einen humaneren Gott suchen oder gar Buddhist werden können? Ja, aber hätte er gegen das oberste biblische Gebot verstoßen.
Selbst wenn ich die Existenz eines übernatürlichen Wesens ins Betracht ziehen würde, hielte ich den abrahamitischen Gott für unmoralisch. Und er wird mir auch nicht sympathischer, wenn er seinen Sohn für die Sünden der Menschen (und nicht etwa seine Untaten wie zum Beispiel die Sintflut oder die Tatsache, dass nach seinem Gesetz Schwule ermordet wurden) opfert.
Pride
vor 3 Jahren

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